Tesla hat Anfang Dezember die ersten Exemplare seines elektrischen Lkw Semi an den Kunden Pepsi übergeben. Damit ist die Baureihe mit etwa drei Jahren Verspätung nun offiziell gestartet. Neues zum Semi wurde nicht verraten, der Hersteller veröffentlichte aber ein Video, das die versprochene Leistungsfähigkeit des batteriebetriebenen Großtransporters belegen soll.
CEO Elon Musk betonte bei einer Veranstaltung in der „Gigafactory“ in Nevada die hohe Effizienz des Semi sowie dessen Beschleunigungsfähigkeit. Im Vergleich zu einem Diesel-Lastwagen sei die Leistung „verrückt“, sagte er. Der Antrieb umfasst drei unabhängige Motoren. Von 0 auf 100 km/h geht es den Angaben nach in um die 20 Sekunden. Als Verbrauch werden unter 2 kWh pro Meile (1,61 km) bei voller Beladung genannt.
Tesla bietet den auch in Europa erwarteten Semi in zwei Varianten mit unterschiedlicher Batteriegröße an. Mit dem massigeren Akkupack sollen mit Transportgut an Bord 500 Meilen (ca. 800 km) gefahren werden können. Dass das tatsächlich möglich ist, soll ein von Tesla veröffentlichtes Video einer kürzlich durchgeführten Testfahrt belegen:
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Auf 70 Prozent der Batteriekapazität soll mit entsprechender Technik in 30 Minuten aufgeladen werden können, das sind bei der 500-Meilen-Batterie 350 Meilen Reichweite (ca. 560 km). Mit kleinerer Fahrbatterie stellt Tesla für den Semi 300 Meilen pro Ladung in Aussicht (ca. 480 km).
Tesla will die Produktion des Semi nun langsam hochfahren. Wie viele Elektro-Lkw Pepsi in diesem Jahr erhält, konkretisierte das Unternehmen nicht. Der Getränke- und Lebensmittelkonzern hatte 2017 kurz nach der Vorstellung des Modells eine Bestellung von 100 Exemplaren bekannt gegeben. Diverse weitere Firmen haben schon Aufträge für den Semi eingereicht, darunter europäische.
Für das Jahr 2024 schwebt Musk früheren Aussagen nach eine Fertigung von 50.000 Semi vor. Damit wäre das Unternehmen einer der größten Lkw-Hersteller der USA. Wie viele Exemplare und in welcher Form in Europa auf die Straßen kommen sollen, ist offen. Das gilt auch für die von Tesla angekündigte neue Ladeinfrastruktur mit „Megacharger“-Stationen.
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Neben dem potenten und alltagstauglichen lokal emissionsfreien Antrieb bewirbt Tesla seinen Batterie-Lkw vor allem mit deutlich niedrigeren Kosten als Dieselfahrzeuge. Es steht außerdem der Fahrer im Mittelpunkt: Die geräumige Fahrerkabine ist um einen zentralen Sitz aufgebaut, der von zwei großen Touchscreen-Displays flankiert wird. Das stehend betretbare Cockpit soll es später auch mit Schlafplatz geben. Für Sicherheit sind unter anderem mehrere Kameras für Rundumblick verbaut. Wie bei seinen Pkw-Modellen setzt Tesla zudem auf fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme mit Selbstfahr-Funktionalität.
Teslas Elektro-Lkw kostet schätzungsweise ab 180.000 US-Dollar (rund 183.000 Euro), ein aktueller Preis ist jedoch nicht bekannt.
Via: Tesla Tags: Lkw, Tesla Semi Unternehmen: Tesla Antrieb: Elektro-Nutzfahrzeuge
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Endlich wieder mal ein Schritt weiter bei neuen Produkten von Tesla. Das Produkteportfolio ist momentan halt schon sehr eng (eine Art Klumpenrisiko). Technisch hat Tesla mit dem Semi jetzt geliefert. „Richtige“ Serienproduktion und Preise muss man noch abwarten um den Semi einzuordnen.
Nein, das ist eben kein Klumpenrisiko. Ein Klumpenrisiko sind 20 Modelle ohne signifikante Stückzahlen. Man muss die Volumenmodelle ins Laufen bringen, nur die können die finanzielle Stabilität des Unternehmens garantieren.
Hier haben die OEMs noch einen Vorteil, die ganzen BEV müssen doch momentan kein Gewinn abwerfen. Die Gewinne stammen von den Verbrennern und Hybriden. Die finanzieren die BEV / Entwicklung und neue Modellpalette. Das kann doch ein reiner Elektrohersteller nicht stemmen. 20 Fahrzeuge, eine grosse Diversifikation geht der Marge ab. Das ist wirklich trivialste Ökonomie.
Preise … Schema Mercedes wird wohl kaum aufgehen … 300’000€ plus. Und H2 steht auf ganz wackligen Beinen. Die Infrastruktur, die Verteilung ist unglaublich teuer und in den Pilotversuchen wenig erfolgreich. Ich bin wie beim M3 zuversichtlich, dass man alles weglässt, was nicht wirklich gebraucht wird. Bei der Ladeinfrastruktur sehe ich ätesla auch ganz klar in der Poleposition, da wurde im XXL-Feldversuch bewiesen, dass man es ohne Staatshilfe umsetzen kann. Hier muss man als Unternehmer nicht auf beim Staat bettelnde Hersteller warten, bis was umgesetzt wird.
Das Video dazu ist absolut mind-blowing. 500 miles mit einer Ladung ist revolutionär für die gesamte Transportindustrie. Fantastische Leistung. LG
Genau genommen sind überhaupt gar keine technischen Daten bekannt gegeben worden. Also nicht der Preis, nicht die Größe des Akkus, nicht das Gewicht und auch nicht der genaue Verbrauch. Das scheint alles Vorserienstatus zu haben.
Das marktschreierische Event kann nicht zudecken, dass man letzter ist. Man steht da, wo die anderen LKW-Hersteller mit ihren Elektrotrucks vor einigen Jahren standen. Jetzt ist es quasi 2023 und Mitte 2021 ist ein Serientruck von dpd zwischen zwei Touren mal eben den Rekord mit 1099 km am Stück gefahren. Zwar kein Sattelzug, aber eben auch nur mit 680 kWh Akku.
Tesla hat noch ein paar hausgemachte Probleme: der Semi ist in Eiropa so nicht einsatzfähig, weil die Zugmaschine zu lang ist, um einen Standardtrailer zu fahren. Und im Heimatland haben sie den mächtigsten Fernfahrerverband gegen sich, der u.a. den Monositz kritisiert. Das ist wichtig, weil in den USA der selbständige Trucker der Normalfall ist. Auch hatten etablierte Hersteller schon zu Beginn erprobte Komponenten wie Achsen, Federung, Bremsen und Führerhaus. Machen wir uns nichts vor: die Chassisteile wird Tesla nicht selber fertigen, sondern – entgegen ihrem Blabla- fertig kaufen. Aber das muss trotzdem in der Praxis im Gesamtsystem erprobt und abgestimmt werden.
Das wird für Tesla komplexer als sie ahnen…
Unsinn, wie lang darf der Zug sein?? Mhh Richtig 18,75 Oder giga Liter 25.25 also please was redest du
David hat geschrieben, dass er zu lang ist um einen Standardtrailer zu ziehen. Das ist so. Es müssten also zunächst einmal Zulassungsregeln angepasst werden. Gigaliner sind auch geregelt. Da kannst nicht einfach eine längere Zugmaschine nehmen, nen Standardauflieger dranklatschen und dann darfst 25.25m lang sein.
Es gibt ausreichend Einsatzmöglichkeiten in der EU ohne das die Maximallänge eines Zuges überschritten wird. S. Kippmulde.
Warum haben sich ähnliche Verbrenner Trucks in Europa dann nicht durchgesetzt, wenn da Unsinn ist?
Sei nicht so. Die Tesla Gemeinde freut sich, dass endlich ein neues Produkt irgendwie auf dem Markt kommt. Mal sehen ab wann die LKWs die an PepsiCo ausgeliefert worden sind ihre Runden machen. Und vor allem bin ich gespannt, wo wird man diese laden können? Die haben viel über 1000v Motoren gesprochen, aber ich habe nichts über den „neue“ Stecker-Format.
Pferd_Dampf_Explosion_E meint
Hallo ID.alist: Dein Kommentar kommt mir bekannt vor; hast du den schon einmal vor ca. 10 Jahren geschrieben, als Tesla mit seinem Model S dem verbrennerverliebten deutschen VDA-Club gezeigt hat, wo die Reise hingeht.
Da freut man sich auf echte Fahrberichte. Als LKW Fahrer würde ich gerne Details wissen zum Thema Druckluftanlage, Betriebs/Festellbremse, ob klassisch mit Federspeicher oder anders gelöst ist, kann eigentlich nicht wegen den aufliegen
Und zb deb Retarder ersetzt durch die Rekuperation?Was wenn der Akku noch super voll ist? Genug Luft nach oben? Wie war das noch..7km bei 6,5grad Gefälle muss die Dauerbremse halten können.
Rekuperation und voller Akku habe ich mich auch gefragt. Weil Musk so deutlich darauf hingewiesen hat. Aber gibt es solche oder ähnliche Regeln in den USA?
Keine Ahnung, aber wenn er in Europa kommen soll muss er das haben.
Außerdem, zb könnte er eine zusätzliche Wirbelstrombremse haben. Für den Notfall Ach was ärgere ich mich das ich gerade C/CE machen muss ?
Ich freue mich auch wenn ich das erste mal mit einem e-LKW unterwegs sein darf. Optimales Drehzahlband, schalten am Berg usw., alles Vergangenheit…
Wenn ich die Zulassungsbestimmungen richtig im Kopf habe, dann braucht es zwei unabhängige, voll funktionierende Bremssysteme.
Die Energierückgewinnungsmöglichkeit durch „bremsen“ beim eAuto ist da eher (das gern genommene) Sahnehäubchen.
Wer feste Touren mit hohem Rückgewinnungspotenzial fährt, sollte das in seine Ladeplanung einbeziehen. (Im Idealfall schlägt da das System vielleicht irgendwann mal etwas vor). So, wie man beim Diesel die Tankgröße für das Tourenfahrzeug plant und die Menge der Nachtankung an der teuren öffentlichen Zapfsäule (statt an der preiswerteren Betriebshoftanke).
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