DJI Air 2S im Test: Die neue Referenz-Video-Drohne für unter 1000 Euro | TechStage

2022-12-02 17:41:57 By : Ms. Ariel Zhang

Nach nur knapp einem Jahr hat DJI eine überarbeitete Version der Mavic Air 2 veröffentlicht. Die neue Air 2S kommt mit verbesserter Hinderniserkennung, ADS-B und einem 1-Zoll-Kamerasensor. TechStage hat sie getestet.

Dieser Einzeltest erscheint in unserer Themenwelt Drohnen. Hier testen wir Video-Drohnen wie die DJI Mini 2 (Testbericht), die Parrot Anafi (Testbericht) oder die im April 2020 veröffentlichte Mavic Air 2 (Testbericht). Zusätzlich finden sich dort Ratgeber wie EU-Drohnenverordnung: So fliegen Drohnen legal – alles, was ihr jetzt wissen müsst oder DJI Mavic Mini & Air 2: Perfekte Sicht dank Videobrille für 80 Euro.

Mit einem Preis von unter 1000 Euro gehört die neue Air 2S zu den Consumer-Drohnen. Die technischen Daten sind allerdings vielmehr mit der Premium-Serie Mavic-2 (Testbericht) vergleichbar. Was das 2021er Modell alles kann, zeigt unser Test.

Die neue Air 2S (A2S) kommt, wie die anderen Mavic-Modelle, zusammen mit Handsender, Ersatzpropeller, Kabel, Ladegerät und Akku zum Kunden.

In der für diesen Test zur Verfügung gestellten Fly-More-Combo sind außerdem zwei zusätzliche Akkus, ein Mehrfach-Ladeadapter, ND-Filter und eine Tragetasche im Lieferumfang enthalten. Das Gesamtpaket ist derart kompakt, dass es problemlos in einem Rucksack Platz hat.

Das Design der A2S bietet wenig Überraschendes. Abgesehen von zusätzlichen Sensoren zur Hinderniserkennung, der neuen Kameraeinheit und einem insgesamt helleren Farbton gleicht die Drohne dem Vorgängermodell Mavic Air 2.

Der Handsender zur Steuerung ist identisch zu dem der Mavic Air 2 und der Mini 2. Selbst die Flug-Akkus von Mavic Air 2 und Air 2S sind kompatibel zueinander.

Die aus unserer Sicht spannendste Neuerung ist die neue Kameraeinheit der A2S. Diese stellt letztlich sogar die Kamera der deutlich teureren Mavic 2 Pro in den Schatten.

Die technischen Daten können gefallen: 1-Zoll-CMOS-Sensor mit einer nativen 20-Megapixel-Auflösung für Fotos (5472 x 3648 Pixel) und Videos in 5,4K (5472 x 3078) mit 30 Bildern pro Sekunde (FPS), 4K mit 60 FPS und 1080p mit bis zu 120 FPS. Dazu eine maximale Bitrate von bis zu 150 Mbit/s und ein vier- bis 8-facher digitaler Zoom.

Wetterbedingt waren während des Testszeitraums nur eine Handvoll Flüge möglich, einen ersten Eindruck konnten wir uns aber verschaffen. Positiv schneiden vor allem Dynamikumfang und Rauschverhalten der Aufnahmen ab. Diese sind insbesondere bei mäßigen bis schwierigen Lichtbedingungen besser als beim Vorgängermodell. Dies gilt für Videos aber vor allem für Fotos. Diese landen nun mit satten 20 MP auf der Speicherkarte. Die Mavic Air 2 bietet zwar eine interpolierte Auflösung von 48 MP, allerdings beträgt deren native Auflösung nur 12 MP.

Die Videoaufnahmen in 4K bei 60 FPS sehen großartig aus und sind perfekt durch das 3-Achs-Gimbal stabilisiert. Nur bei sehr heftigen Flugmanövern sind vereinzelnd Propeller im Bild zu sehen – dies ist aber beispielsweise auch bei der Mavic 2 Zoom der Fall.

Allerdings bringen die Datenmengen sowohl unsere Speicherkarte als auch unseren Videoschnitt-PC an ihre Grenzen. Wer hier das volle Potenzial ausnutzen will, braucht eine schnelle Speicherkarte und für die Nachbearbeitung einen leistungsfähigen Computer.

Die automatischen-Aufnahmeeinstellungen liefern insgesamt sehr ordentliche Ergebnisse. Aber wie bei anderen Drohnen und Kameras gilt: Für eine bestmögliche Bildqualität sollten die Settings manuell eingestellt werden. Bei viel Licht sind hier die in der Fly-More-Combo beigepackten Graufilter von Vorteil.

Testaufnahmen: DJI Mavic Air 2 S

Wer unverfälschtes Bildmaterial der A2S sichten möchte, kann auf unsere Testfotos (RAW und JPEG) per Dropbox zugreifen.

Die A2S bietet wieder jede Menge Funktionen, die das Steuern der Drohne und die Aufnahme von Fotos und Videos erleichtern. Wirklich neue Funktionen sind zwar nicht hinzugekommen, letztlich wurde der Funktionsumfang aber spürbar verbessert. Eine offizielle Klassifizierung nach der neuen EU-Drohnenverordnung (Ratgeber) gibt es bei der neuen Mavic nicht – aktuell sind noch keinerlei solcher Zertifizierungen erhältlich und so wird die A2S als Bestandsmodell, wie auch eine Mavic Air 2, behandelt. Gerüchte machen Hoffnung, dass eine solche Klassifizierung eventuell noch kommen könnte – aktuell gibt es dazu aber keine offiziellen Aussagen.

Satellitennavigation (GPS & GLONASS), Höhensensor und die nach unten gerichteten Kameras der Air 2S sorgen für einen sehr stabilen Flug auch bei Wind und erlauben beispielsweise halb automatische Flugmanöver oder eine automatische Rückkehr des Fluggerätes. Die ADS-B-Funktion warnt den Piloten per App vor anderen Flugzeugen oder Hubschraubern. Dieses Feature gab es bei der Mavic Air 2 lediglich außerhalb Europas.

Hindernisse erkennt die Drohne selbstständig und stoppt automatisch oder umfliegt diese. Während die Mavic Air 2 die dafür notwendigen optischen Sensoren nur nach vorne, hinten und unten hat, sind nun zusätzlich nach oben gerichtete Kameras dazu gekommen. Diese arbeiten sowohl beim Steigen der Drohne als auch im schnellen Vorwärtsflug. Die Distanzen, bis zu denen Objekte erkannt werden, konnten so gesteigert werden. Im Vorwärtsflug werden Hindernisse in bis zu 44 m Entfernung geortet und identifiziert. Seitliche Sensoren, wie bei der Mavic-2-Serie (Testbericht), sind allerdings nicht vorhanden und so bleibt zumindest beim Seitwärtsflug und bei halb automatischen Manövern ein Restrisiko.

Für die Übertragung des Kamerabildes und der Steuersignale kommt die dritte Generation des DJI-Systems OcuSync zum Einsatz. Dieses O3 genannte System ermöglicht eine stabile Videoübertragung in 1080p bei 30 FPS und eine maximale Reichweite (CE) von bis zu 8 km. Da dies deutlich über die rechtlichen Vorgaben hinaus geht, haben wir das allerdings nicht getestet. Die Verbindungsqualität unterhalb von 1000 m war während der Testflüge ausnahmslos perfekt, selbst wenn die Drohne hinter einer Baumgruppe flog.

Wie bereits bei den letzten Consumer-Drohnen Mini 2, Mavic Mini und Mavic Air 2 setzt DJI wieder auf die abgespeckte App DJI Fly. Diese bietet zwar insgesamt weniger Einstellungsmöglichkeiten als die App DJI Go 4 der Mavic-2-Serie, die abgespeckte Variante ist durch die einfache Bedienung aber insbesondere für Hobby-Piloten besser geeignet.

An der von DJI gewohnt guten und direkten Flugcharakteristik hat sich bei der A2S nichts verändert. Wer bereits Erfahrungen mit einer DJI-Drohne gesammelt hat, fühlt sich sofort mit der Steuerung vertraut. Aber auch Neueinsteiger dürften sich dank zahlreicher Videos, Tutorials und Hilfestellungen in der DJI-Fly-App schnell zurechtfinden.

Neben den klassischen Steuermodi Normal, Sport und Cine stehen bei der A2S wieder zahlreiche halb automatische Flugmanöver zur Verfügung. Ganz neu ist die Master-Shot-Funktion, welche mit nur einem Fingerzeig gleich eine ganze Reihe an Aufnahmen eines Motivs erlaubt. Neben Serienbildern, Belichtungsreihen, einem smarten Automatikmodus, stehen eine Zeitlupenfunktion (mit bis zu 10 FPS bei 1080p), ein Hyperlapse-Modus (4K) und die bereits von Mavics bekannten Quick-Shots zur Verfügung. Eine automatische Verfolgungsfunktion und ein Point-of-Interest-Modus sind ebenfalls verfügbar.

Aktuell gibt es nur wenig Zubehör für die Air 2S. Das macht aber nichts, da die Drohne weitestgehend identisch zum Vorgängermodell ist. Bis auf das Kamerazubehör, in Form von Filtern, kann man so getrost zum Zubehör des letztjährigen Modells greifen. Mehr dazu im Ratgeber Das beste Zubehör für die Mavic Air 2.

Die Air 2S ist ab sofort für eine UVP von 999 Euro erhältlich. Die Fly-More-Combo mit zwei zusätzlichen Akkus, Mehrfachlader, Graufilter und Tasche schlägt mit 1299 Euro zu Buche. Damit ist die A2S um etwa 150 Euro teurer als die UVP des Vorgängermodells. Hinsichtlich der Premium-Ausstattung mit dem 1-Zoll-Modul und einem derzeitigen Mavic-2-Pro-Preis von 1300 Euro ist das aus unserer Sicht gerechtfertigt.

Mit dem Code BGRCAIR2S kostet die DJI Air 2S bei Banggood 890 Euro. Das Angebot ist allerdings nur in begrenzter Stückzahl verfügbar.

Mit der Air 2S unterstreicht DJI seine Vorreiterrolle im Bereich der Video-Drohnen und setzt die Messlatte für kommende Drohnen-Generationen sehr hoch. Trotz des Preises von unter 1000 Euro bekommt der Kunde hier eine der am besten ausgestatteten fliegenden Kameras, die derzeit erhältlich sind.

Wer eine bezahlbare Video-Drohne mit höchstmöglicher Bildqualität und einer ausgezeichneten Gesamtleistung sucht, kommt an der A2S nicht vorbei. Selbst Profis dürfte die Wahl zwischen Air 2 S und Mavic 2 Pro schwerfallen. Aktuell ist die 1300 Euro teure Mavic 2 Pro lediglich bei den Einstellungsmöglichkeiten und die seitlichen Sensoren überlegen. Was Auflösung, Reichweite und Automatikprogramme angeht, ist die Consumer-Drohne bereits am Pro-Modell vorbeigezogen. Wie groß die Qualitätsunterschiede zum Vorgängermodell sind, werden wir in den nächsten Tagen ausprobieren und einen entsprechenden Vergleichstest veröffentlichen.

Kommt man auch mit minimal schlechterer Bildqualität, weniger Sensorik und geringerer Reichweite zurecht, muss aber nicht die neue A2S sein. Auch die mittlerweile für 750 Euro erhältliche Mavic Air 2 (Testbericht) oder die ab 430 Euro erhältliche DJI Mini 2 (Testbericht) liefern großartige Aufnahmen und eine tolle Flugcharakteristik.

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